Ruumfabrigg
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Installation 4-28R - Kulturzentrum Kosmos

Kosmos, Kulturzentrum, Zürich, Europaallee, Sotto Voce Stiftung, Werkschau, architekturSCHWEIZ 19,

 

Installation 4-28R

architekturSCHWEIZ 19 im Kulturzentrum Kosmos Zürich

 
Foto: Leon Faust

Foto: Leon Faust

 

Seit März 2019 steht am Kulturzentrum Kosmos eine Installation die nun schon völlig unauffällig Teil der Stadt geworden ist.

 

Passagier erreicht den Zürcher Hauptbahnhof

 

Architektur bildet die Bühne, auf der unser tägliches Leben stattfindet. Sie ist in der Lage, spezifisch auf situative Gegebenheiten einzugehen. Als Ergänzung sorgt eine Unzahl an Ausstattungsgegenständen dafür, dass die Räume zwischen den Architekturen brauchbar und lebenswert sind. Fahrradständer, Schachtdeckel, Abfalleimer, Altglascontainer, Reklametafeln, Trinkbrunnen und weitere, erfüllen primär einen Zweck, wurden aber trotzdem von ihren Entwicklern gestaltet. Den Herstellern war es unmöglich zu wissen, wo ihre Produkte dereinst platziert werden. Ihre Gestaltung folgt anderen Kriterien als denen, die ein Standort an sie haben könnte. Nichtsdestotrotz verleiht die Gesamtheit von an sich unaufälligen Ausstattungsgegenständen den Aussenräumen ein unverwechselbares Gesicht.

 
 

Viele von diesen Objekten sind zu alltäglich, um von uns beachtet zu werden. Erst wenn sie nicht mehr da wären, würden wir merken, welche wichtige Rolle sie funktional und ästhetisch spielen. Aus dieser Masse stechen einzelne Objekte, die sich tief in das Gedächtnis von vielen eingeprägt haben, heraus. Zusätzlich zu ihrer Lebensdauer - die lange genug sein muss, um wahrgenommen zu werden - speist sich ihr Wiedererkennungswert aus einer starken visuellen Präsenz an einem belebten Platz oder einer befahrenen Strasse. Die allgemeine Bekanntheit macht sie zu Zeichen, zu „Originalen“ innerhalb einer heterogenen Masse von anonymen Objekten. Über ihre physische Existenz hinaus finden diese Originale in der gemeinsamen Erinnerung einer Gruppe ihren Platz. Die im Hinterkopf der Menschen gespeicherten Erinnerungen halten die Originale präsent, obwohl sie vielleicht vor längerer Zeit verändert wurden oder verschwunden sind. Überlieferungen in Form von Büchern, Fotografien oder Geschichten lassen auch Personen, die einen früheren Zustand nicht erleben konnten, an diesem teilhaben. Taucht ein verloren geglaubtes Original an seinem einstigen Standort, der sich in der Zwischenzeit verändert hat, wieder auf, so wird es zu einem Symbol für dessen räumliche und soziale Veränderung.

 
 

Die Überlagerung des gegenwärtigen Zustands mit Vergangenem ruft ins Bewusstsein, dass wir Zeugen einer ständigen Entwicklung sind. Die dadurch entstehende Gleichzeitigkeit birgt das Potential, über die Möglichkeiten zur Beeinflussung dieser Veränderungsprozesse nachzudenken.

Ein Kollaboration von MMXVI und Ruumfabrigg 

Festival 7.- 10. März 2019

Ausstellung 7.März bis 7. April 2019 im Rahmen der Werkschau architekturSCHWEIZ 19 im Kulturzentrum Kosmos